AKTUELLE
INFORMATIONEN
Der Verein für Heimatgeschichte Sachsenheim e.V. lädt
die Mitglieder und Freunde des Vereins herzlich ein zu einer
Führung mit dem Thema
„Weinbau in früheren Zeiten mit alten Arbeitsgeräten“
am Sonntag, den 27. September 2026
durch Karl-Heinz Böckle
Treffpunkt: 10:00 Uhr am Bahnhof Sachsenheim zur Bildung von
Fahrgemeinschaften oder um 10:30 Uhr am Parkplatz des Friedhofs in Ochsenbach.
Auf der Tour durch den Geigersberg werden die Lebensbedingungen in der Zeit vor 2 bis 3 Generationen im Dorf Ochsenbach kurz beschrieben und an mehreren Stationen die Arbeiten gezeigt, die im Laufe des Kalenderjahres anfallen.
Alle Teilnehmer erhalten ein Arbeitsgerät oder Arbeitsmaterial, z. B. Scheren, Erdenbutten, Pfahleisen, Spritzgeräte, Felghaue, Karst, Werkzeug zum Behauen von Mauersteinen usw. Damit dürfen / sollen sie diese Arbeiten selbst nach Anleitung ausführen.
Die gesamte Tour ist ca. 1,5-2 km lang. Je nach Kondition und Fitness der Teilnehmer kann die Strecke variabel gestaltet werden.
Zum Abschluss der Tour gibt es für alle jeweils ein Glas Wein und eine Brezel. Anschließend treffen wir uns zu einem gemeinsamen Mittagessen im Landgasthof Stromberg in Ochsenbach.
Die Führung ist für Vereinsmitglieder kostenlos. Von Nichtmitgliedern des Vereins wird ein Beitrag von 5.- Euro erhoben. Spenden werden gerne angenommen.
Wir bitten um Anmeldung bis spätestens 20.09.2026 bei Rudolf Werner unter 0171/7740587 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Der Verein für Heimatgeschichte Sachsenheim e.V.
lädt alle Interessierten ein zu dem Vortrag
„Geschichte(n) aus unserem Land“
am Freitag, den 13. November 2026 um 18:30 Uhr
im Hasenheim Sachsenheim, Metterstraße 46
Referent: Siegfried Haag
Mit offenen Augen und Ohren zu Fuß in der Heimat unterwegs zu sein war das Vorhaben einiger Sachsenheimer. Der ursprüngliche Plan war, den Sachsenheimer Weg, der ja von Großsachsenheim nach Häfnerhaslach führt, ein bisschen zu erweitern, sozusagen zu einem Sachsenheimer Weg XL.
Es ist natürlich ganz anders geworden, denn mit Mehrtageswanderungen hatte man – damals noch – so gut wie keine Erfahrungen. Deshalb musste man sich zunächst bei einer Testwanderung ausprobieren. Wie und wohin sich das alles entwickelt hat, was die Wandergruppe dabei erlebt hat an kleinen persönlichen Geschichten und wie sie an der kleinen und der ganz großen Geschichte geschnuppert hat, darüber wollen die Wanderer erzählen.
Wer kennt schon einen Handyhocker? Oder gar die „Werdestätte des Lohengrin“? Wo ist der Eselsweg? Und wo haben die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm ihre Kindheit verbracht? Auf welchem Berg hat der 81-jährige Johann Wolfgang Goethe ein paar Tränen geweint? Diese und weitere Fragen werden an diesem Abend von Siegfried Haag bei einem Vortrag mit Bildern beantwortet.
Ab 17:00 Uhr besteht schon die Gelegenheit zum Vespern.
Der Eintritt ist frei; eine Spende ist willkommen.
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Beim Geschichtsverein „schillerte“ es
Jahresessen 2026 in Ochsenbach mit amüsantem Programm
Beim traditionellen Jahresessen des Vereins für Heimatgeschichte Sachsenheim stand das Leben des Dichters, Philosophen, Historikers und Arztes Friedrich Schiller im Mittelpunkt. Renate Walter und Dorothee Weiss inszenierten in ihrem mit Bildern und Musik ergänzten Auftritt dabei weniger die berühmten Werke des gebürtigen Marbachers, sondern in einer biografischen Neuauflage von „Schiller ist tot – es lebe Schiller!” betont die ganz persönliche, facettenreiche Vita des bedeutenden Dichterfürsten.
So erfuhren die zahlreichen Besucher im Landgasthof „Stromberg” im Stadtteil Ochsenbach, unter denen die Vereinsvorsitzende Jutta Glöckle auch Bürgermeister Holger Albrich und Sachsenheims Ehrenbürger Hermann Albrecht begrüßen konnte, beispielsweise Etliches über das schillernde Liebesleben des Frauenhelden. Der Mix aus Information und Amüsement kam gut beim Publikum an. Nicht alltäglich beim Jahresessen war das gemeinsam gesungene „Freude schöner Götterfunken…”: Schiller und Beethoven ganz nah.
Im Kulturhaus Großsachsenheim trafen sich am Freitag, den 5. Dezember 2025 insgesamt 18 Interessierte zu einem Vortrag mit dem Thema „Mütter als Influencerinnen am Beispiel von Katharina Kepler, Elisabeth Dorothea Schiller und Friederike Luisa Kerner“.
Die Referentin, Frau Susanne Roller, schilderte eindrücklich, wieviel Einsatz die Mütter dieser drei berühmten Männer gebracht haben, um ihre Söhne fördern zu können. Frau Roller machte deutlich, wie schwer es war, das Material zusammenzutragen, um die Lebensgeschichte dieser drei Frauen erzählen zu können.
So hörten wir von der Mutter Friedrich Schillers, Elisabeth Dorothea Schiller (geb. Kodweiß), dass sie 1732 in Marbach geboren wurde und in Cleversulzbach starb. Bereits mit 16 Jahren wurde sie verheiratet. Der Ehemann war 9 Jahre älter und als Soldat sehr viel unterwegs. Mit 27 Jahren gebar sie Friedrich als zweites Kind und einzigen Sohn der Familie. Es wurde deutlich, wie die Mutter für die gefühlvolle Seite in der Familie eintrat und sich sehr fürsorglich um den Sohn kümmerte. Bei Charlotte Schiller war es wohl der im Pietismus verwurzelte Glaube, die emotionale Wärme und die Toleranz, mit denen sie ihre Kinder aufzog. So wundert es nicht, dass für Friedrich Schiller eine Laufbahn als Geistlicher vorgesehen war. Er gab sich damit jedoch nicht zufrieden und gelangte nach einem Jurastudium schließlich zur Medzin, wobei er in diesem sogar promovierte. Berühmt wurde er jedoch als Dichter und Philosoph.
Die Mutter von Justinus Kerner, Friederike Luise Kerner (geb. Stockmaier), lebte von 1750 - 1817. Sie kam aus dem gebildeten höheren Stuttgarter Bürgertum. Sie hatte eine enge Beziehung zu ihrem Nesthäkchen Justinius, ihrem 6. Kind. Sein Vater starb, als Justinus erst 13 Jahre alt war. Justinus' poetische Ader hat sie früh erkannt und sich um seine Bildung gekümmert, so wie es ihre finanziellen Möglichkeiten erlaubten. Die Mutter hat dem Sohn aber immer den Rücken freigehalten für seine Entwicklung zum Arzt und Dichter.
Die Mutter von Johannes Kepler wurde als Katharina Guldenmann 1547 geboren und starb 1622. Der Ehemann war fast immer unterwegs. Kein Wunder, dass die Mutter sich um die Bildung ihres Sohnes kümmern musste. Sie begeisterte ihn für die Naturphänomene und weckte bei ihm schon früh das Interesse an Astronomie. Sie selbst war eine kundige Kräuterfrau, was ihr später zum Verhängnis werden sollte. Denn sie wurde deswegen in einen Hexenprozess verwickelt, aus dem ihr der Sohn schließlich heraushalf. Bekannt wurde ihr Sohn Johannes dann als Astrologe, Physiker und Mathematiker.
Heidemarie von Vacano
Spuren der eiszeitlichen Menschen auf der Hohen Reute: Die ältesten Hinterlassenschaften im Stadtgebiet Sachsenheim
Als der ehrenamtliche Denkmalpfleger Alwin Schwarzkopf im Jahr 2008 auf der Hohen Reute ein weißes Objekt aus ortsfremden Feuerstein vorfand, staunte er nicht schlecht. Es handelte sich nämlich, wie sich im Verlauf seiner dort nunmehr über zehnjährigen Sammlungstätigkeit herausstellte, um den ersten Fund eines bedeutenden Freilandfundplatzes aus der späten Altsteinzeit vor rund 14.000 Jahren. Mittlerweile sind von der Hohen Reute über 800 Steinwerkzeuge bekannt, die ihre ganz eigene Geschichte erzählen. Zusätzlich konnte bei den Ausgrabungsarbeiten der Universität Tübingen im Jahr 2019 und 2021 eine bemerkenswerte Konzentration von Sandsteinplatten aufgedeckt werden, die möglicherweise mit Feuerstellen in Zusammenhang zu bringen sind.
Ausgrabungsleiter: Dr. Stefan Wettengl
