Arbeitskreis „Floßholz“

 

seit 2013:                    Leiter: Karl Heidinger

Der Arbeitskreis „Floßholz“ des Vereins für Heimatgeschichte Sachsenheim wurde im März 2013 gegründet. Er beteiligt sich an dem Projekt des Schwäbischen Heimatbundes (SHB), Regionalgruppe Stromberg-Mittlere Enz, zur flächendeckenden Erfassung von Spuren der Bauholzflößerei in ihrem Gebiet. Die Tätigkeit des Arbeitskreises besteht darin, in Gebäuden der Ortsteile von Sachsenheim nachzuschauen und zu protokollieren, ob Balken mit Flößereispuren vorhanden sind. Flößereispuren sind im Wesentlichen die Wiedlöcher für die Seile, mit denen die Balken zu einem Floß zusammengebunden worden sind.

Die Erfassungsbögen der Flößereispuren werden vom „Projektkümmerer“, Bernd Wellinger aus Mühlacker gesammelt und bearbeitet und danach von dem Bauforscher und Mittelalterarchäologen Tilmann Marstaller aus Rottenburg-Oberndorf wissenschaftlich ausgewertet. Dadurch erhalten wir nicht nur Aussagen über die Flößerei, sondern auch über die Waldbewirtschaftung und die Bautätigkeit in früheren Zeiten in unserer näheren Heimat. Projektende ist 2017.

Wegen ihrer Ortskenntnis ist es wichtig, dass von jedem Ortsteil ein „Floßholzdetektiv“ zum Arbeitskreis gehört. Es sind dies:

 

-         Karl Heidinger und  Bernd Roth für Großachsenheim
-         Erwin Walter für Kleinsachsenheim
-         Manfred Baumgärtner und Hartmut Pungs für Hohenhaslach
-         Rainer Glos für Ochsenbach und Spielberg
-         Jutta Glöckle und Gerald Kofink für Häfnerhaslach

 

 

Arbeitskreis „Öffentlichkeitsarbeit“

 

Leitung: Dr. Martine Strobel, Jutta Glöckle

Zum Aufgabenbereich dieses Arbeitskreises gehört neben der Bekanntmachung  unserer Veranstaltungen im Rahmen unseres Jahresprogramms auch die Präsentation  des Vereins,  z.B. mittels unserer Schriftenreihe „die mörin“, durch die Vorstellung unserer Aktivitäten und durch Mitwirkung bei entsprechenden Veranstaltungen.
Des Weiteren wird der Kontakt zu anderen örtlichen Vereinen gesucht, um Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zu finden.
Auch die Vernetzung mit anderen Geschichts- und Heimatvereinen des Kreises Ludwigsburg ist wichtig und muss  gepflegt werden, um beispielsweise Publikationen bekannt zu machen oder sich bei Fragestellungen und Themen auszutauschen und in Dialog zu treten.
Eine besonders wichtige - in die Zukunft gerichtete  Aufgabe - besteht in der Zusammenarbeit  mit den Geschichtslehren der örtlichen Schulen. So bietet sich der Verein bei geschichtlichen Themen, die die Schüler bearbeiten, als Ansprechpartner an und gibt Hilfestellung bei der Bearbeitung der Themen.

 

 

Arbeitskreis „mörin“



Leitung: Hermann Albrecht

Die „mörin“ ist die Zeitschrift des Vereins für Heimatgeschichte und erscheint 3 – 4mal jährlich in einer Auflage von 200 – 350 Exemplaren. Sie befasst sich mit Themen aus der Lokal- und Regionalgeschichte. Schriftleiter: bis 2007 Otfried Kies, seit 2007 Hermann Albrecht.
Für die Vereinsmitglieder ist der Bezug kostenlos; weitere Interessenten können die Zeitschrift bei
Fa. Bader und im Städtischen Museum erwerben.
Belegexemplare gehen an die Landesbibliotheken sowie an das Leibniz-Institut (Leipzig) und an die Deutsche Bibliothek (Frankfurt/Main).
Die Artikel werden regelmäßig in der Lokalpresse besprochen. In einer Vitrine im Äußeren Schlosshof (Sachsenheim) werden die Themen der Bevölkerung bekanntgegeben.

Mitarbeiter im Arbeitskreis sind:
Gerhard Berroth und Herbert Ade-Thurow (Layout)
Karl Heidinger (Korrektur und Vitrine)
Doris Rau (Vitrine)
Eugen Müller (Versand)
Verteilt wird die Zeitschrift von Vereinsmitgliedern.

 

 

Arbeitskreis "Friedhof für ausländische Zwangsarbeiter"

 

Noch vor Beginn des II. Weltkriegs wurde 1939 auf dem heutigen Gewerbegebiet „Eichwald“ mit dem Bau eines Militärflugplatzes begonnen. Dazu gehörte auch die Einrichtung eines Lagers des Reichsarbeitsdienstes in Großsachsenheim.
1943 baute man das Lager zum Krankenlager um. In dieser Zeit waren   fast alle wehrfähigen Männer im Kriegseinsatz, sodass zusätzlich zu den Kriegsgefangenen ausländische zivile Arbeitskräfte für das Land zwangsrekrutiert wurden. In Sachsenheim handelte es sich meist um Ukrainer und Weißrussen, damals Bürger der Sowjetunion, sowie einige Polen.
Viele der Zwangsarbeiter trugen schon Keime der Lungentuberkulose in sich, sodass bei 80% der Verstorbenen als Todesursache Tbc vermerkt ist. Da häufig mehr als ein Lagerinsasse täglich verstarb, musste mit Beginn der Belegung des Lagers im Mai 1943 ein Friedhof  errichtet werden.
Die Toten  wurden von Beginn an in Einzel- oder Mehrfachgräbern  beerdigt. Die letzte Beerdigung aus dem Krankenlager selbst fand am 5.April 1945 statt.
Heute weist auf diesen  sog.“Russenfriedhof“ an der Landstraße zwischen Großsachsenheim und Unterriexingen nur ein Holzschild mit der Inschrift „Zum Friedhof“  hin und ist über einen in schlechtem Zustand befindlichen Feldweg zu erreichen.
Dort findet man 664 in die Erde eingelassene kleine Grabsteine, mit Nummern versehen, von denen viele wegen der Verwitterung oder  Überwucherung  kaum noch lesbar oder bereits zerstört sind.
Am Eingang steht ein „einfaches“ lateinisches Gedenkkreuz aus Beton, obwohl alle Beerdigten, bis auf 18 katholische Polen, orthodoxen  Glaubens waren. Zu diesem gehört die Verehrung des Kreuzes mit einem unteren Querbalken als Symbol. Daneben befindet sich, in Stein gemeißelt, eine erläuternde Inschrift.
1954 ließ die Stadtverwaltung Nummerngräber angelegen und renovierte die Anlage 1965, nachdem der Landkreis ein geändertes Gräbergesetz erlassen hatte. Seitdem  wurde an der weitgehend unbekannten Gedenkstätte nichts mehr verändert.

Dabei stellt unter allen Kriegsgräberfriedhöfen in Baden-Württemberg   der Friedhof für ausländische Zwangsarbeiter in Großsachsenheim eine Ausnahme dar. Hier sind ausschließlich zivile Zwangsarbeiter beerdigt.
Seit 2011 beschäftigt sich ein Mitglied des Vereins, Elisabeth Wanjura, mit der schwierigen  Aufgabe, den Grabnummern auch Namen zuzuordnen.
Nach langwierigen Recherchen in örtlichen und staatlichen Archiven, bis hin zum Militärarchiv in Moskau, ist es ihr jetzt gelungen,  bei 234 Einzelgräbern den Nummern auch Namen zuordnen zu können, sowie auch Gräber mit Nummern zu finden, in denen zwei, drei und vier Personen beerdigt worden sind.
Der AK hat sich jetzt das Projekt zur Aufgabe gemacht, durch Anbringung von Namensschildern und der Namensnennung aller dort beerdigten Personen aus den Nummerngräbern auch Menschengräber machen zu lassen und die Gedenkstätte aufzuwerten.
Zum einen ist es dadurch möglich, den Nachkommen eine angemessene Gedenkstätte für ihre verstorbenen  Angehörigen bereit zu halten; zum anderen werden diese zivilen Opfer des NS-Regimes in Sachsenheim  endlich namentlich gewürdigt.
Mit Namen versehen dient außerdem diese Gedenkstätte dazu, das Geschichtsbewusstsein für Zwangsarbeit und den II. Weltkrieg in der Bevölkerung wachzuhalten. Zur Erinnerungskultur gehört auch, dass man Schülern vor Ort  die Möglichkeit geben kann, ihnen unsere noch nicht so weit entfernte Geschichte vor Augen führen zu können.
Über die Finanzierung dieses Projekts ist man mit der Stadt, die dafür Gelder bereitgestellt hat, im Gespräch. Zur Verwirklichung des Projekts bedarf es aber noch weiterer Zuschüsse.

 

Mitarbeiter: Elisabeth Wanjura, Jutta Glöckle, Hermann Albrecht

 

 

 

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